4. Vollversammlung Wohnen

28. November 2019 // 18 Uhr // Uni-Campus

Im April 2019 fanden in dutzenden europäischen Städten Demonstrationen gegen den aktuellen #Mietenwahnsinn statt. Bundesweit brachten die Proteste 55.000 Menschen, in Leipzig alleine 3.000 Menschen auf die Straße und Bewegung in die Politik: Im Stadtstaat Berlin gibt es einen Mietendeckel, und das Wohnen ist zum Topthema geworden. Die Mietpreisbremse wird berechtigt als wirkungslos kritisiert. Vor kurzem gelang es uns, in Leipzig den Einfluss aktivistischer Gruppen im Mieterverein zu stärken. Dennoch fördert die seit Anfang 2019 abgesenkte Modernisierungsumlage weiterhin höhere Mieten, Sozialwohnungen gibt es viel zu wenige, und die Forderung der privaten Wohnungswirtschaft nach reinem „Bauen, Bauen, Bauen!“ würde das Problem auch dann nicht lösen, wenn es umgesetzt werden könnte.

Gerade in den wachsenden Städten wie in Leipzig wird es enger und teurer. Die Verdrängung betrifft neben den Wohnungen auch die Gewerbemieten für Gastro- und Kultureinrichtungen, wie ihr sicherlich auch in eurem Stadtteil schon bemerken musstet. Auch Kitas und Schulen fehlen, weil die Grundstückspreise in die Höhe schießen. Das alles natürlich, nachdem die Stadtverwaltung über Jahre die Entwicklung verschlafen hat, Grundstücke weiterhin verkaufte und die eigene LWB bei bezahlbaren Wohnungen nur mauert, wenn das die Kommunikation betrifft. Ein Beschluss der dringend notwendigen Milieuschutzsatzungen ist trotz Zusagen des OBM noch nicht abzusehen. Von einer realistischen Anpassung der Kosten der Unterkunft in Sozialgeld und Hartz IV ganz zu schweigen.

Das Aktionsbündnis Wohnen wird weiterhin Druck machen auf die Stadtverwaltung genauso wie auf die Wohnungspolitik des Freistaates und des Bundes. Lasst uns dazu auch in Leipzig gemeinsam auf eine groß angelegte und europaweite Aktionswoche unter dem Motto „Wohnen für Menschen statt für Profite“ im März 2020 mobilisieren!

Für die Vorbereitung laden wir euch herzlich zur 4. Vollversammlung Wohnen ein.

Einige Ergebnisse der Mitgliederversammlung des Mietervereins Leipzig vom 21.10.

Am Montag wurde ein neuer Vorstand des Mietervereins Leipzig für die nächsten 4 Jahre gewählt. Zur Größenordnung: Der Leipziger Verein hat über 19000 Mitglieder. In den Vorstand wurden als Beisitzer*innen und politische Akteure Norma Brecht vom Netzwerk Stadt für alle und Mathias Weber, Stadtrat und Mitarbeiter der Kontaktstelle Wohnen, gewählt.

Wir begrüßen ihr Engagement und hoffen, dass der Mieter*innenverein die Kritik annimmt. Zudem wünschen wir uns, dass die Mitglieder in Zukunft besser beraten werden bei Fragen wie:  Was kann ich tun bei Eigentümerwechsel, Entmietung und Erhöhung der (Kalt-)Miete?

Andererseits freuen wir uns über die Aussage der Vorsitzenden Matejka, mehr mit den wohnungspolitischen Gruppen zu kooperieren. Ein Mieter*innenverein darf zwar keine Nichtmitglieder beraten, dafür aber aktiver Teil der wohnungspolitischen Debatten in Leipzig sein.

Mitgliederversammlung des Mietervereins am 21.10

Am Montag (21. Oktober) findet ab 16 Uhr in der Hans-Poeche-Str. 9 (Dachgeschoss) die Mitgliederversammlung des Leipziger Mietervereins statt. Das Netzwerk „Leipzig – Stadt für alle“ ruft alle Mieterinnen dazu auf ihr Stimmrecht wahrzunehmen bzw. Mitglied des Vereins zu werden, um ihre Interessen in organisierter Form vertreten zu können. Zudem werden sie auf der Mitgliederversammlung ihre Forderungen nach mehr politischem Engagement durch den Mieterverein vorstellen.

Wir als Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen unterstützen dies und rufen ebenfalls dazu auf, sich an der Mitgliederversammlung zu beteiligen. Den Aufruf des Netzwerks „Leipzig – Stadt für alle“ findet ihr hier

Veranstaltungstipp: Mieten und Wohnen. Unser Haus wehrt sich!

Eine Veranstaltung von Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen, der DGB-Hochschulgruppe und der GEW-Hochschulgruppe, bei den kritischen Einführungswochen an der Uni Leipzig (https://kew-leipzig.de/)

Dienstag 22.10. , 19 Uhr, Campus Augustuplatz Hörsaal 16

Verklagt – Gestritten – Gewonnen. Die Kündigung der eigenen Wohnung ist vielleicht das angenommen Gravierendste, das einer*m Mieter*in vorstellbar ist und das Angst machen kann. Doch es gibt rechtlich umfangreiche Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen und sich somit kommunal in die Wohnungspolitik einzumischen. Stefan Lange (Leipzig für Alle) berichtet über vielfältige Mittel und Strategien sowie langjährige Erfahrungen aus dem Rechtsstreit nach seiner Wohnungskündigung.

2.10. offenes Treffen der Mietergemeinschaft Schönefelder Höfe

Die Mietergemeinschaft Schönefelder Höfe lädt am 2.10. ab 18 Uhr in die Mariannenstr.101 ein:

“Leipzig so: Mietenwahnsinn! Wir so: Ding Dong!

Die Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt ist angespannt! Menschen werden verdrängt, Freiflächen verschwinden und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum wird immer schwieriger. Was es braucht ist eine stadtweite Bewegung gegen den Mietenwahnsinn und für das Recht auf bezahlbaren Wohnraum. Dafür wollen wir eine Stadt von unten, die durch den breiten Protest von Mieter_innen in der Lage ist, Forderungen an Vermieter_innen und politischen Vertreter_innen zu stellen. Der erste Schritt dahin: Raus aus der Blase, rauf auf die Straße! In Schönefeld wo auch das börsennotierte Wohnungsunternehmen Vonovia großräumig Wohnraum besitzt, haben wir an Haustüren geklingelt. Jetzt gibt es die Mietergemeinschaft Schönefelder Höfe. Was wir so machen, erfahrt ihr am 02.10. um 18:00 in der Mariannenstraße 101.

Wir wollen von unseren Erfahrungen berichten und mit euch in den Austausch kommen, wie wir uns weiter organisieren können. Vor allem laden wir alle Menschen herzlich ein, die Lust haben die Schönefelder Mietinitiative kennenzulernen, sich in Mietinitiativen einzubringen oder selber eine zu starten!”

Info-Mail vom Mietenwahnsinn-Bündnis

Liebe Aktive gegen den Mietenwahnsinn, der Kampf um eine gerechte und solidarische Stadt und eine lebenswerte Welt für uns alle geht in die nächste Runde. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, und wir wollen den Herbst gebührend einläuten. Am 20. September wollen wir mit einem breiten Bündnis gegen hohe Mieten und die Klimakatastrophe zum *Global Strike Day* auf die Straße gehen. Praktisch weiter geht es dann vom 26.-28. September mit den *Tu Mal Wat* Aktionstagen. Zeigt euern Protest bunt und kreativ und zeigt ihn so, dass er nicht zu übersehen ist. Beteiligt euch an der Demo am 20. September und bei den Aktionstagen. Organisieren wir den Widerstand gegen die Ausplünderung der Stadt und unseres Planeten. Und organisieren wir ihn selbst und von unten!Nur gemeinsam können wir uns die Stadt aneignen und sie wieder zu einem lebenswerten Ort für alle machen! Mehr Infos findet ihr unten und auf unserer Homepage https://mietenwahnsinn.info/

Vortrag: Strategien gegen Gentrifizierung

Strategien gegen Gentrifizierung
Vortrag und Diskussion mit Lisa Vollmer
11.9.2019, 19 Uhr
naTo – soziokulturellen Zentrum

Die Veranstaltung gibt es auch bei Facebook:
https://www.facebook.com/events/2371824633067184/

Steigende Mieten? Probleme mit der Nebenkostenabrechnung? Kündigung der Wohnung aufgrund der Umwandlung in eine Eigentumswohnung? Ein Neubau,
der zur Hälfte leersteht, während man seit Monaten nach einer preiswerten Wohnung sucht? Das alles können Ursachen und Anzeichen von Gentrifizierung sein. Doch was meint das überhaupt? Für die Entwicklung solidarischer Lösungsansätze braucht es zunächst einmal ein gemeinsames Verständnis der Problemlage. Nur so kann im Folgenden auch an gemeinsamen Strategien gearbeitet werden. Die Stadtforscherin und stadtpolitische Aktivistin Lisa Vollmer versucht genau diese Brücke zwischen theoretischen Erkenntnissen zu Gentrifizierungsprozessen und konkretem Aktivismus zu schlagen.

Zur Referentin
Lisa Vollmer studierte Kunst- und Kulturwissenschaften in Bremen, sowie historische Urbanistik in Berlin. Sie ist promovierte Kultursoziologin und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Urbanistik in Weimar. Weiterhin ist sie seit einigen Jahren
in der Berliner MieterInnenbewegung aktiv. Thematische Schwerpunkte ihrer Arbeit sind unter anderem Wohnungsforschung, die neoliberale Stadt und Bewegungsforschung.

Vernetzung Süd
Die Vernetzung Süd gründete sich Anfang 2018 mit dem Ziel, von Gentrifizierung Betroffene in den Leipziger Stadtteilen Südvorstadt und Connewitz zusammenzubringen. Seitdem unterstützt das Netzwerk Mieter in laufenden Entmietungsprozessen und setzt sich für den Aufbau einer
solidarischen Stadtteilkultur ein. Ziel ist es, ein gutes Wohnen für alle zu ermöglichen.

Eintritt: frei

Terminhinweis 29.8.

/Mietendeckel, (sozialer) Wohnungsbau, Enteignung/

*Was tun gegen Wohnungsknappheit, Verdrängung und Mietenwahn?*

Fehlende bezahlbare Wohnungen, Verdrängung durch Luxussanierungen, Immobilienspekulationen:

Die Antworten auf den Mietenwahnsinn sind vielfältig und reichen von Forderungen nach mehr Bauen bis hin zur Deckelung von Mietpreisen oder der Enteignung von Immobilienkonzernen. Doch was hilft uns Mieter*innen
wirklich?

Wäre ein Mietendeckel, wie jetzt vom Land Berlin beschlossen, auch in Sachsen denkbar? Und was würde eine Enteignung großer Immobilienkonzerne, etwa der Vonovia, bringen? Darüber diskutieren Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag und Sprecherin für Mietenpolitik, mit der mietenpolitischen Aktivistin vom Netzwerk Recht auf Stadt, Lina Hurlin. 
Diskutiert werden soll, welche Möglichkeiten das Land Sachsen hat, um den wohnungspolitischen Problemen in Stadt und Land zu begegnen und wie eine soziale
Wohnungspolitik mit Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudesektor in Einklang gebracht werden können. Moderiert wird die Veranstaltung vom LINKEN
Landtagsabgeordneten und Direktkandidaten im Leipziger Westen, Marco Böhme.

*Termin: 29. August 2019, 19 Uhr*

*Ort:* Lindenauer Markt, 04177 Leipzig (Schlechtwetteroption: Projekte-
und Abgeordnetenbüro INTERIM by linXXnet, Demmeringstraße 32, 04177 Leipzig)

*Weitere Infos: *https://www.facebook.com/events/492229388256037/