Pressemitteilung 21. März 2020 – Absage der Demo zum Housing Action Day

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Covid-19-Virus breitet sich immer weiter aus und sorgt bundesweit für einen Ausnahmenzustand. Der Zusammenschluss verschiedener Leipziger Stadt-, Wohn- und Mietgruppen hat in Absprache mit dem bundesweiten Aktionsbündnis daher entschieden, die geplanten Demonstrationen zum Housing Action Day am 28.03.2020 zu verschieben.

Die Wohnungsfrage ist gerade jetzt besonders drängend! Durch das Virus sehen sich viele von uns mit geringeren Einkommen oder sogar Lohnausfällen konfrontiert. Menschen mit Zeitarbeit, Freiberufler*innen, Kulturschaffende oder Kleingewerbetreibende sind in akuten Notlagen. Hohe Mieten, Mietpreissteigerungen oder schlechte Wohnbedingungen erhöhen zusätzlich die Belastung auf Menschen mit ohnehin prekären Lebensverhältnissen. COVID-19 beweist einmal mehr, dass Wohnraum keine Ware, sondern ein Grundbedürfnis, ein Menschenrecht und ein Schutzraum ist.

„Obwohl die derzeitige Krisensituation zeigt, wie wichtig bezahlbarer und angemessener Wohnraum ist, wäre ein gemeinsamer Protest auf der Straße derzeit unverantwortlich und unsolidarisch!“, sagt Elisa Gerbsch vom Aktionsbündnis: Wohnen. „Die Großdemonstrationen werden verschoben, aber der Housing Action Day findet mit vielen kleinen, kreativen Aktionen dennoch wie geplant am 28.03.2020 statt.“

Die Leipziger_innen sind dazu aufgerufen Transparente zu gestalten und an diesem Tag aus dem Fenster zu hängen. Außerdem kann mit Kreide vor Wohnhäusern markiert werden, wo gerade entmietet wird. „Die Wohnungskrise ist nicht gelöst. Wir werden wieder auf die Straße gehen, gemeinsam, hier in Deutschland und in ganz Europa.” heißt es aus dem bundesweiten Bündnis. Ein Statement, das zu Beginn der Woche veröffentlicht wurde, schließt mit konkreten Forderungen:

– Sofortiger Stopp von Räumungsklagen und Zwangsräumungen!

– Sofortiges Moratorium für Mieten- und für Hypothekenzahlungen!

– Sofortige staatliche Übernahme aller privaten Mietschulden

– Keine Energie- und Wassersperren!

– die Auflösung von Sammelunterkünften mit menscheunnwürdiger Unterbringung!

– die Beschlagnahmung von leerstehenden Wohnungen sowie Ferienwohnungen!

– die Legalisierung von Besetzungen leerstehender Wohnungen und Häuser!

– einen Solidarfonds für die Einrichtung bedingungsloser Grundeinkommen

Aktuelle Informationen zur Leipziger Demonstration sind zu finden unter: http://leipzigfueralle.de/

Ein Überblick über die bundesweit geplanten Aktionen sind hier zu finden: https://www.housing-action-day.net

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