Sozialer Wohnungsbau jetzt: Demonstration am 18. Januar 2020 [dokumentiert]

um 14 Uhr am Hildebrandplatz in Connewitz (Bornaische Str. / Hildebrandstraße)

Seit vielen Jahren wird in Leipzig wieder gebaut, jedoch nicht für uns. Wir alle kennen Familien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Freundinnen, die eine bezahlbare Wohnung suchen. Sie finden nur keine, alles was neu gebaut wird, ist für uns nicht bezahlbar. Und mit jedem dieser Neubauten steigt in der Umgebung die bestehenden Mieten. Wer eine Wohnung hat, zieht besser nicht mehr um, jeder neue Mietvertrag ist nur noch teurer. Die Sorge aus der eigenen Wohnung verdrängt zu werden und sich keine andere leisten zu können, ist auch in Leipzig groß.

„Mehr als ein Viertel der Leipziger hätte Anspruch auf eine Sozialwohnung“ (Tom Hübner vom Sozialamt 2018 in der LVZ)

Immer mehr Menschen in der Stadt brauchen eine (Sozial) Wohnung, die sie sich leisten können, denn die Löhne, Renten, sondern auch die Kosten für Unterkunft vom Jobcenter in der Stadt, steigen nicht annähernd in dem Tempo wie die Mieten. Die durchschnittliche Gesamtmiete stieg in Leipzig seit 2013 um 13,5 Prozent, die Angebotsmieten sogar um 30,6 Prozent. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist sogar innerhalb eines Jahres von 208 auf 282 Euro im Jahr 2018 angewachsen. Die Zahl der Menschen, die auf die Wohnungsnotfallhilfe des Sozialamtes angewiesen, ist steigt jedes Jahr in Leipzig weiter an (2018: 3.655 Wohnungsnotfälle/Haushalte). Die Zahl der Menschen die von der Stadt in Notunterbringungen versorgt werden, hat sich im Vergleich zu 2013 um 50 % erhöht.

Der SPD – Oberbürgermeister Burkhard Jung (“Connewitzer“) will nächstes Jahr ein „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ einrichten und sagt dazu: „Gleichzeitig müsse es auch Raum für das hoch- und höherpreisige Segment geben.“

Nein muss es nicht, in der Stadt wurde in den vergangenen Jahren genug „hoch- und höherpreisige Segment“ gebaut. Es braucht einen echten sozialen Wohnungsbau, ohne Mietpreisbindung von ein paar Jahren, für gering verdienende Menschen, Alleinerziehende, Erwerbslose, Sozialleistungsbezieherinnen und Rentnerinnen. Allein in Leipzig fehlen 46.101 Wohnungen zu günstigen Mieten (in ganz Deutschland sind es 1,9 Millionen). Wir brauchen einen Mietendeckel wie ihn Berlin gerade eingeführt hat und der niedrige Mieten auch im Bestand garantiert und wir brauchen auch in Leipzig eine Debatte um die Vergesellschaftung von Wohnraum, denn aktiennotierte Immobilienkonzerne wie „Deutsche Wohnen“, „Vonovia“ oder die „CG Gruppe“ breiten sich auch in Leipzig aus. Der Oberbürgermeister hat sich in seinem letzten Oberbürgermeister – Wahlkampf von Immobilienfirmen mit Spenden unterstützen lassen, wir können das nicht. Dennoch muss eine Wohnungspolitik in dieser Stadt auch für jene Menschen gemacht werden, die kein Geld zum Spenden oder für Luxuswohnungen haben. Uns reicht die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt in Leipzig schon lange.

Die Forderungen:

Echter sozialer Wohnungsbau jetzt!

Kein Mensch soll in Leipzig mehr auf der Straße landen!

Keine Entmietungen und Zwangsräumungen!

Schluss mit den Ausreden von Politik und Immobilienlobby!

Demokratische Mitbestimmung von Mieterinnen stärken!

Menschen sollen in den Stadtteil wohnen können, in welchem sie leben wollen!

Behutsame, preiswerte Sanierung der LWB – Bestände insbesondere im Leipziger Süden!

Für ein Recht auf Wohnen für alle Menschen in der Stadt, nicht für jene die es sich leisten können!

Wohnen ist ein Menschenrecht!

Text im Original auf: sozialerwohnungsbaule.noblogs.org

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